22.10.2026

Deutschland bekommt eine „Wurst des Jahres“

Der Zentralverband Naturdarm e. V. und das 1. Deutsche Bratwurstmuseum küren erstmals die „Wurst des Jahres“. Welche Sorte nach dem Votum der Fach-Jury den Titel für 2027 tragen wird, geben die Initiatoren am 7. November beim 3. Wurstival im Deutschen Bratwurstmuseum in Mühlhausen bekannt.

Zur Wahl stehen fünf traditionelle Wurstsorten aus unterschiedlichen Regionen: Bremer Pinkel, Berliner Currywurst, Krakauer, Münchner Weißwurst und Bauernseufzer. Jede von ihnen steht für eine eigene regionale Esskultur, besondere handwerkliche Traditionen und Geschichten, die es zu entdecken gilt. Die Jury vereint Fachwissen aus Fleischerhandwerk, Wurstherstellung und Sensorik mit Erfahrungen aus Kulinarik, Kulturgeschichte und Medien. Mitglieder sind u.a. die amtierende Weißwurstkönigin Julia Böbel, Fleischermeister und Fleisch-Sommelier Michael Keller, Köchin und Kochbuchautorin Tanya Harding. Seitens der Initiatoren sind Hilmar Reiß, Wurst-Kulturbotschafter des Zentralverbands Naturdarm, und Thomas Mäuer, Gründer und Geschäftsführer des Deutschen Bratwurstmuseums in dem Gremium vertreten.

Mit der neuen Aktion wollen die Initiatoren künftig jedes Jahr eine traditionelle Wurstsorte ins öffentliche Bewusstsein rücken. Im Mittelpunkt stehen ihre Herkunft, ihre regionale Bedeutung, die handwerkliche Herstellung und die Menschen, die ihre Tradition lebendig halten. Die fünf Kandidaten spiegeln bereits bei der Premiere die Vielfalt der deutschen Wurstkultur wider: vom norddeutschen Kohl-und-Pinkel-Brauch über die Berliner Imbisskultur und die Krakauer mit ihren polnischen Wurzeln bis zur Münchner Weißwurst und dem traditionsreichen Bauernseufzer.

Die Aktion richtet den Blick damit nicht allein auf Geschmack und Qualität. Sie möchte auch die Geschichten erzählen, die sich mit regionalen Wurstsorten, ihren Namen und ihrer Herstellung verbinden. Die „Wurst des Jahres“ knüpft an die langjährige Kampagne „Rettet das Wurst-Kulturerbe“ des Zentralverbands Naturdarm an. Sie macht darauf aufmerksam, dass traditionelle Wurstsorten ein Teil der deutschen Ess- und Alltagskultur sind. Zum Wurst-Kulturerbe gehören neben regionalen Rezepturen auch überlieferte Herstellungsverfahren und das Wissen um den Naturdarm. Als natürliche Wursthülle prägt er seit Jahrhunderten Form, Aussehen und Genusserlebnis vieler Spezialitäten. Er gibt jeder Wurst ein individuelles Profil und sorgt bei zahlreichen Sorten für den typischen Knackeffekt.

„Deutschland besitzt eine außergewöhnliche Wurstvielfalt. In den einzelnen Sorten stecken regionales Wissen, handwerkliches Können und oft über Generationen weitergegebene Traditionen. Mit der Wurst des Jahres möchten wir dazu beitragen, dass dieses kulinarische Erbe sichtbar und lebendig bleibt“, so Hilmar Reiß, Wurst-Kulturbotschafter des Zentralverbands Naturdarm. „Wurst ist ein Stück Alltagskultur. Viele regionale Sorten erzählen von ihrer Heimat, von besonderen Bräuchen und von handwerklichem Wissen. Genau diese Geschichten wollen wir gemeinsam entdecken und weitererzählen“, so Thomas Mäuer, Geschäftsführer des 1. Deutschen Bratwurstmuseums.
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