25.08.2026

30 Jahre Südtiroler Speck g.g.A.

Vor 30 Jahren schützte die Europäische Union den Namen „Südtiroler Speck“ mit der geschützten geographischen Angabe (g.g.A.). Heute sichert die g.g.A. verbindliche Qualitätsstandards, schafft Vertrauen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Hersteller.

Gleichzeitig erleichtert sie dem Handel die Positionierung eines Produktes mit klarer Herkunft und definierten Qualitätsstandards.

Mit der Anerkennung der g.g.A. erhielt der Name „Südtiroler Speck“ 1996 einen europaweit verbindlichen Schutz. Seither darf die Bezeichnung ausschließlich für Produkte verwendet werden, die nach der festgelegten Herstellungsspezifikation in Südtirol verarbeitet und von unabhängiger Stelle kontrolliert werden. Die Herstellung folgt bis heute bewusst denselben traditionellen Grundsätzen. Der charakteristische Leitsatz „wenig Salz, wenig Rauch und viel frische Bergluft“ prägt den Südtiroler Speck g.g.A. seit Generationen. Produziert wird ausschließlich in Südtirol. Die Schweinekeulen werden traditionell zugeschnitten, trocken gepökelt, mild kalt geräuchert und durchschnittlich 22 Wochen gereift. Die Gewürzmischungen der Hersteller bleiben ein wichtiger Teil der handwerklichen Vielfalt und werden oft von Generation zu Generation weitergegeben.

Rund um das Produkt hat sich dagegen vieles verändert. Aus einer regional verwurzelten Spezialität ist ein international gefragtes Qualitätsprodukt geworden. Moderne Technik unterstützt heute die Produktion, dokumentiert die Verarbeitung und macht die Herkunft lückenlos nachvollziehbar. Digitale Systeme erleichtern Zertifizierung, Marktüberwachung und Dokumentation. Gleichzeitig investieren die Hersteller kontinuierlich in Forschung zu Qualität, Lebensmittelsicherheit, Haltbarkeit und Nachhaltigkeit.

Die zertifizierte Produktion ist seit Einführung der g.g.A. deutlich gewachsen. Heute werden jährlich rund 2,5 bis 2,8 Millionen Hammen zertifiziert. Der Produktionswert lag 2024 bei rund 160 bis 170 Millionen Euro. Die klare Herkunftsdifferenzierung ist dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor. Sie erleichtert dem Handel die Positionierung im Premiumsegment und gibt Verbraucherinnen und Verbrauchern Orientierung beim Einkauf.

Die Märkte haben sich über die drei Jahrzehnte ebenfalls verändert. Deutschland ist heute der wichtigste Exportmarkt und nimmt rund ein Viertel der Gesamtproduktion ab. Stark an Bedeutung gewonnen haben in den vergangenen Jahren insbesondere die USA; daneben sind Frankreich, Großbritannien, die Schweiz und Österreich etablierte Exportmärkte. Insgesamt wird Südtiroler Speck g.g.A. in mehr als 20 Ländern verkauft.

Gewandelt haben sich zudem die Konsumgewohnheiten. Vorverpackter Aufschnitt ist heute ein wesentlicher Wachstumstreiber und spielt eine deutlich größere Rolle als noch vor wenigen Jahren. 2025 wurden rund 45 Millionen Packungen hergestellt. Die 100-g-Packung blieb 2025 klar die wichtigste Verpackungsgröße der Fächerware. Sie machte rund zwei Drittel der gesamten Fächerware aus.

Auch in Zukunft möchte das Südtiroler Speck Konsortium die Rolle der g.g.A. als Garant für Qualität und Wertschöpfung ausbauen. Im Mittelpunkt stehen die Sicherung des hohen Qualitätsniveaus, die Weiterentwicklung der Marke Südtiroler Speck g.g.A., die Stärkung der wichtigsten Exportmärkte sowie Investitionen in Rückverfolgbarkeit, Nachhaltigkeit und digitalen Markenschutz.
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